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Äther

Bürgerliche Revolution 1848/49

Aufklärung - Von Kant bis Adorno – Erster Teil

Das hehre Ziel der Aufklärung im 18. Jahrhundert, die Vernunft gegen den unreflektierten religiösen Glauben zu setzen, scheiterte ein stückweit bereits im Keim. Sie wird als Revolution im Denken gehandelt, die jedoch real nicht an den Festen von Glauben und Staat rüttelt. Die Vernunft als Kernstück der Bewegung inhäriert bei ihrer Opposition zu Glauben und Aberglauben dennoch weiterhin partiellen Glauben und Aberglauben. Hegel schließlich, der die Aufklärung als Gegensatz zum Glauben versteht, sieht in beiden ein dialektisch vermitteltes Gegensatzpaar, indem die Aufklärung in dem durch sie aufzuhebenden Glauben ihren Ursprung hat. Daß die Freiheit, die sich aus dem postulierten selbständigen Denken entwickeln soll, nicht nur mit der Notwendigkeit eines Freiheitsgrundes verbunden ist, sondern ihr einerseits der Imperativ, frei zu denken und frei zu sein anhaftet, wird genauso deutlich, wie die Einschränkungen dieser Freiheit innerhalb religiöser Satzungen und staatlicher Gesetze. Jüdische Autoren der Aufklärung sind innerhalb dieser Freiheit zusätzlich begrenzt, so daß dem Freiheitsbefehl von der einen Seite die christliche Repression von der anderen drohend entgegensteht. In Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung schließlich wird der Weg von der Aufforderung an den Menschen, von seiner Vernunft Gebrauch zu machen, zur vollständigen Rationalisierung des menschlichen Denkens und Seins bis in den Faschismus nachgezeichnet.

Heute beleuchten wir erst einmal den ersten Teil im 18 Jahrhundert. Der zweite Teil folgt dann am 16. August von Hegel bis Adorno.

Am 19. Juli findet kein Äther statt, stattdessen eine Live-Übertragung von Kronen Moven.

Äther ist eine Sendung der Redaktion Kultur.

Die Kulturredaktion im FRS: Das ist die bunte Bandbreite von Kunst, Kultur aus anderen Ländern, Be- und Entschleunigung, Philosophie, Hörspiele bis zu profundem Halbwissen.

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